Apple wichtig für amerikanische Wirtschafts-Stimmung

Das es Apple derzeit nicht ganz so gut geht, ist bekannt. Apple Maps war ein Flop (wurde mittlerweile durch ein paar Updates verbessert), der Aktienkurs ist irgendwo zwischen Sinkflug und Absturz, die Konkurrenz hat nicht nur aufgeholt, sondern droht Apple zu überrennen. Auch vor den Gerichten der Welt läuft es nicht mehr so gut, es werden immer mehr Patente aberkannt, mit denen Apple versuchte, die Konkurrenz zu bremsen. Apple ist nicht mehr das wertvollste Unternehmen der Welt, die Zuversicht der Amerikaner geht mit Apples Aktienkurs mit – nach unten. Aber wieso?

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Der Grund ist relativ einfach. „We are the greatest“ ist eine Einstellung der Amerikaner, die sich in allem wiederspiegelt. Militärisch kann den USA (noch) niemand das Wasser reichen, ebenfalls bei den Schulden. Einst waren sie auch technlologische Supermacht, sie exportierten mehr als das sie importierten. Das ist schon ein paar Jahrzehnte her. Das Mobilfunknetz war veraltet, lahm und nicht so gut ausgebaut wie heute. Vor ca 10 Jahren kam dann Apple, erst mit dem iPod, dann kam das iPhone. Und die Mobilanbieter mußten modernisieren, ausbauen, um etwas von dem Mobilfunk-Kuchen abzubekommen.

Apples Aktie rutschte nach ein paar Gerüchten über gestrichene Bestellungen und schwache Quartalszahlen von 514 auf 460 Dollar ab, es wurden dadurch mal eben 50 Milliarden Dollar Unternehmenswert vernichtet. Obwohl es bessere Absatzzahlen beim iPhone 5 gab, obwohl der Umsatz und Gewinn neue Rekorde erreichten. Apple erfültl die Erwartungen nicht mehr, die die Aktionäre haben. Beknackt, könnte man sagen. Wenn man sich jedoch den Aktienindex S&P 500 anschaut und Apple rausrechnet, wäre dieser um 3% gesunken. Er stieg jedoch um 6%. Es gab schonmal einen amerikanischen Konzern, der derart wichtig war, IBM. Das war aber vor 30 Jahren und auch nicht so ausgeprägt wie derzeit bei Apple.

Apple entschied, was die Konsumenten wollten, bevor die es wußten. Innovation, Design, hochwertige Produkte. Auch in der Wirtschaftskrise war Apple für die USA sehr wichtig. Durch die Entwicklung von iOS und dazu gehörigen Apps rechnete Apple mit dem Erhalt von 210.000 Arbeitsplätzen. Obama versprach die Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA, Apple machte es mit Investitionen in Millionenhöhe wahr. Apple polierte die Kristallkugel, alle hörten zu. Niemand verkauft in Amerika so viele Smartphones wie Apple, während in Asien und Europa die Apple-Euphorie merklich nachläßt.

Die Chinesen holen massiv auf, investieren drei Mal mehr als noch 2007 in Entwicklung und Forschung. Die Patentanträge in den USA sind dagegen rückläufig. Apple war – und ist – das Licht am Ende des Tunnels, ein Strohhalm. und das droht zu verblassen, kürzer zu werden. Es geht auch um die Vormachtsstellung in der Technikwelt, um Image, Ansehen, das Bild, das Amerika von sich in der Welt hat. Wenn Apple schwächelt, schlägt sich das direkt auf die Zuversicht der Amerikaner nieder.

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