Entwickelt von der Uni Bonn soll Euch die App Menthal Auskunft über Euer Handy-Suchtpotenzial geben. An sich ein ernstes Thema, das aktueller nicht sein könnte. Wir haben uns die App mal etwas genauer angeschaut.
Menthal Android App ermittelt Euren persönlichen M-Score
Die Menthal Android App ist Teil eines seit 2014 laufenden Forschungsprojektes der Uni Bonn. Das Projekt befasst sich mit der übermäßigen Nutzung von Mobile Devices oder zu Deutsch „der Handysucht“. Die App selbst wertet Euer Nutzungsverhalten aus und bestimmt dann Euren persönlichen Sucht-Wert. Dieser setzt sich aus der Gesamtnutzungsdauer, der Einschalte-Frequenz und der App-Verwendung zusammen. Der so ermittelte M-Score liegt dann zwischen 0 (gar nicht süchtig) und 100 (großes Suchtpotenzial). Die Daten werden verschlüsselt an die Uni Bonn weitergeleitet und dort dann im Zuge des Großprojektes ausgewertet. Persönliche Daten wie die Inhalte Eurer Nachrichten werden natürlich nicht versendet.
Sonderfall Smartphone als Arbeitsmittel:
Privat-Nutzer mehr gefährdet?

Im Praxis-Test funktionierte die App wie beschrieben: Nach der Installation läuft sie im Hintergrund unbemerkt vor sich hin. Nach 24 Stunden können wir ein erstes Ergebnis anzeigen lassen. Das war es auch schon. Im Test lag unser Wert bei knapp 40. Erschreckend gering für jemanden, der das Smartphone als Arbeitsmittel nutzt. Aber wahrscheinlich ist das auch das Problem, warum der Test bei unserem Autor nicht so ganz funktionierte: Solang das Mobile Device in erster Linie als Arbeitsmittel, im Falle des Autors als 24/7-Emailempfänger, genutzt wird, besteht wohl ein geringeres Suchtpotenzial als bei einer dauerhaften Privat-Nutzung. Dann ist man nämlich auch mal ganz froh wenn man frei hat und das Smartphone einen halben Tag lang auf dem Schreibtisch liegen bleiben kann. Aber das ist jetzt eine rein objektive Betrachtung, die so nicht auf jeden zutreffen mag.

Anonyme Online Beratung für Betroffene
Experten gehen davon aus, dass das Thema Handysucht gerade bei der jüngeren Generation zum Problem wird. Erste Stimmen werden laut, die Handysucht ähnlich der anerkannten Videospiel- oder Onlinesucht anzuerkennen und zeitnah entsprechende Behandlungszentren einzurichten. Wenn Ihr selbst denkt, dass Euer Nutzungsverhalten außer Kontrolle läuft oder Ihr jemanden kennt, um den Ihr Euch Sorgen macht, könnt Ihr Euch anonym an die Online-Beratungsstelle der Caritas wenden.